Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 09/02/2004

Auch wenn’s stinkt: Landwirte dürfen bis November düngen
 
 
 
Würzige Landluft oder widerlicher Gestank:
Landwirtschaftskammer ist Ansprechpartner

Für die einen riecht es nach Bauernhof, Landluft und Urlaub, die anderen nehmen es als Luftbelastung wahr: Wenn die Landwirte im Spätsommer ihre Felder bestellen, bleiben die typischen Gerüche nicht aus.

Noch bis zum 15. November – so legt es der Gesetzgeber fest - dürfen Gülle, Jauche, Geflügelkot und andere flüssige Sekundärrohstoffdünger ausgebracht werden. Das führt zwangsläufig zu der charakteristischen Geruchsbildung, durch die sich viele Menschen belästigt fühlen. Heiko Bechert, Leiter des Fachbereichs Sicherheit und Umwelt, wirbt um Verständnis: “Meerbusch liegt nun mal mitten in einem stark von Landwirtschaft geprägten Raum. Der Geruch nach Düngemitteln gehört ebenso charakteristisch dazu wie der andererseits hohe Freizeitwert unserer Region.”

So lange Düngemittel sachgerecht verarbeitet werden, ist dagegen auch nichts einzuwenden. Durch bodennahes Ausbringen wird versucht, die Verflüchtigung in die Luft so weit wie möglich zu vermeiden. Auf unbestelltem Ackerland wird der Dünger meist noch am selben Tag eingearbeitet.

Dennoch kann die Düngung besonders bei anhaltend warmer Witterung und trockenen Böden zum Problem werden. Der Geruch ist dann trotz aller Sorgfalt oft über mehrere Tage intensiv wahrnehmbar. Bechert: “Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Landwirte die Düngung in der Regel ordnungsgemäß vornehmen.”

Sollte man trotzdem den Verdacht der unsachgemäßen Verarbeitung haben, ist ausschließlich die Landwirtschaftskammer für die Überprüfung zuständig. Beschwerden müssen deshalb direkt an die Telefonnummer 02421/592337 gerichtet werden. Aber: “Gerüche, die aufgrund der Witterung entstehen, sind einfach nicht vermeidbar”, gibt Bechert zu bedenken. “Nur wenn in Einzelfällen eine erhebliche Geruchsbelästigung durch unsachgemäße Handhabung verursacht ist, macht eine Beschwerde Sinn.”