Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 04/03/2008

Centspendenaktion: Zwei Defibrillatoren für Verwaltungsgebäude
 
 
 
Wenn‘s um alles geht: Elektronische
Lebensretter schützen vor plötzlichem Herztod

In den meist besuchten Dienstgebäuden der Stadtverwaltung geht es künftig noch sicherer zu: Personalratsvorsitzender Peter Lorenz und seine Stellvertreterin Gertrud Stiller überreichten Bürgermeister Dieter Spindler jetzt zwei nagelneue Defibrillatoren. Das Gerät, das auch Laien problemlos bedienen können, ist in der Lage, das lebensgefährliche Kammerflimmern des menschlichen Herzens zu unterbrechen, das in 90 Prozent aller Fälle einen plötzlichem Herz-Kreislauf-Stillstand auslöst. Ursache ist oft ein Herzinfarkt. Nur ein gezielter Elektroschock kann den gestörten Herzrhythmus wieder in Takt und das Herz zum Schlagen bringen. Wird ein Opfer innerhalb der ersten Minute nach Auftreten des Symptoms mit einem Elektroschock behandelt, besteht nach Erkenntnis der Ärzte eine Überlebenschance von über 90 Prozent.

Finanziert hat der Personalrat die beiden Geräte aus seiner traditionellen Centspendenaktion. Mitarbeiter der Verwaltung verzichten dabei monatlich auf die Centbeträge hinter dem Komma ihres Gehalts. Jährlich kommen so im Durchschnitt 1.700 Euro zusammen, die der Personalrat für einen besonderen Zweck zur Verfügung stellt. "Dieses Mal haben wir den Erlös von zwei Jahren zusammengelegt und sind auf 3.400 Euro gekommen. So konnten wir diese nützliche Anschaffung machen", so Peter Lorenz.

Aufgehängt werden die Defibrillatoren nun im Verwaltungsgebäude am Bommershöfer Weg in Osterath und im Technischen Dezernat in Lank. Im Jahr 2006 hatte die Stadt nach einer Spende der Strümperin Ingrid Kuntze das erste Gerät dieser Art vor dem Bürgerbüro am Dr.-Franz-Schütz-Platz installiert. Das Medizintechnik-Unternehmen Medtronic, das sich Ende des Jahres mit seiner Deutschlandzentrale im Büropark Mollsfeld niederlassen wird, kam den Meerbuschern entgegen und wird auch bei der Einführung der Geräte in der Mitarbeiterschaft hilfreich zur Seite stehen.

Bürgermeister Dieter Spindler begrüßt die Initiative seines Personalrats sehr. "Wenn wir mit den Defibrillatoren auch nur ein einziges Menschenleben retten können, hat sich die Investition schon gelohnt." Hintergrund: Häufig kann bei einem plötzlichen Herzversagen der telefonisch gerufene Notarzt auch unter günstigsten Voraussetzungen nicht rechtzeitig beim Patienten sein. Wertvolle, mitunter überlebenswichtige Minuten verrinnen. "Mit dem Defibrillator können Passanten oder Kollegen sofort helfen", sagt Lorenz. Eine Stimme aus dem Gerät erteilt genaue Anweisungen, Schaden kann der Helfer nicht anrichten. Sensoren lösen den Stromstoß nur aus, wenn tatsächlich Herzkammerflimmern oder ein Herzstillstand eingetreten ist. In vielen öffentlichen Gebäuden, auch in Bahnhöfen, Flughäfen oder Sporthallen, gehören Defibrillatoren schon jetzt zum Sicherheitsstandard.