Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 05/16/2007

Enttäuschung im Rathaus nach dem Urteil des OVG Münster
 
 
 
Fluglärm: Schutzbelange der Bürgerinnen
und Bürger gering geschätzt

Außerordentlich enttäuscht hat Bürgermeister Dieter Spindler das Urteil des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Münster im Prozess um die Erweiterung der Betriebsgenehmigung für den Flughafen Düsseldorf zur Kenntnis genommen.

„Klagen abgewiesen“: Kurz nach 14 Uhr war die Nachricht von der Niederlage der sechs Flughafenanrainerstädte – unter ihnen Meerbusch – und 14 Privatkläger im Rathaus eingegangen. „Das Gericht hat die schutzwürdigen Belange der Bürgerinnen und Bürger offenbar geringer eingeschätzt als die wirtschaftlichen Interessen des Flughafens“, so Spindler.

Die erweiterte Betriebsgenehmigung mit nunmehr 45 möglichen Flugbewegungen pro Stunde beschere den Menschen unter den Einflugschneisen zunächst erheblich mehr Lärm während des Tages. Dies sei aber nur eine Seite der Medaille: „Besonders fatal ist, dass wir auch in der ersten Nachtstunde noch stärker belastet werden.“ Zwischen 22 und 23 Uhr sind jetzt 33 Landungen möglich. Dies entspreche einer Steigerung um 65 Prozent. „Gerade im Hinblick auf die bekannte Verspätungspraxis der Fluggesellschaften ist das in keiner Weise hinnehmbar. Auf Grund der bestehenden Nachtflugregelung ist nun ein intensiver Flugverkehr bis Mitternacht programmiert.“

Dies wiederum sorgt in Meerbusch besonders für Verärgerung. „Ein verbesserter Schutz der Nachtruhe war eines der Hauptanliegen unserer Klage“, so Dieter Spindler. Hintergrund: Während die tagsüber möglichen 45 Starts oder Landungen pro Stunde aufgrund der Wetterlagen immer in entgegengesetzte Richtungen abgewickelt werden, belasten die 33 anfallenden Landungen zwischen 22 und 23 Uhr und bis Mitternacht immer nur einen direkten Anwohnerbereich komplett.

Mit dem Urteil aus Münster will sich Spindler nicht zufriedengeben. Jetzt gelte es, zuerst die Begründung zu studieren, dann werde man Rechtsmittel einlegen.