Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 04/13/2007

Energiesparen und Klimaschutz: Stadt geht zügig nach vorn
 
 
 
Von Öko-Bauplanung bis Gas-Auto:
Maßnahmenpaket für die Politik geschnürt

Die Stadt Meerbusch will in Sachen Klimaschutz und Energiesparen entschlossen nach vorn gehen. In einer gemeinsamen Sondersitzung des Planungs- sowie des Bau- und Umweltausschusses (Dienstag, 17. April, 17 Uhr, Mataré-Gymnasium) wird die Verwaltung den Politikern ein ganzes Bündel von Maßnahmen zum Beschluss vorlegen, die aus Meerbusch eine Vorzeigekommune auf dem Energiesparsektor machen könnten. Darüber hinaus sollen weitere Anträge von FDP und Grünen diskutiert werden.

Nach dem erfolgreichen Auftakt mit dem Info-Forum „Energie sparen am Haus“ am 24. März geht es nun an die praktische Arbeit. „Wir setzen uns selbst stark unter Druck, aber das ist auch richtig“, erklärt Bürgermeister Dieter Spindler. Als Beratungsgrundlage für die Politik wurde ein Maßnahmenkatalog mit insgesamt elf Punkten entworfen, die die Meerbuscher Marschroute für die nächsten Jahre prägen könnten. Die Ideen zielen vorrangig auf den Baubereich, aber auch auf das Gebäudemanagement oder den städtischen Fuhrpark.

Wer ökologisch Weichen stellen möchte, muss schon in der Bauleitplanung ansetzen. So schlägt die Stadtverwaltung unter anderem vor, in allen künftigen Bebauungs-planentwürfen die Häuser nach Süden auszurichten, um die Energie der Sonne optimal auszunutzen. Dazu soll darauf geachtet werden, dass sich die Gebäude nicht gegenseitig verschatten. Beim Verkauf städtischer Grundstücke an Investoren sollen energetische Standards vereinbart werden, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausreichen. Die Stadt will sich aber auch selbst in die Pflicht nehmen: Ziel ist es, für alle öffentlichen Neubauten ein Wärmeschutzniveau anzustreben, das Passivhaus-Standard entspricht. Dazu ist geplant, auch die bestehenden städtischen Gebäude „energetisch zu optimieren“ und in absehbarer Zeit am sogenannten „European Energy Award“ teilzunehmen. Das vom Land NRW aufgelegte Zertifizierungsverfahren fördert Kommunen, die ihre Energieerzeugung und -nutzung komplett überprüfen und langfristig optimal gestalten wollen.

Zum Maßnahmenkatalog, den die beiden Fachausschüsse am Dienstag bearbeiten werden, gehört außerdem die in der Politik bereits diskutierte Idee, Meerbuscher Unternehmen und Betriebe für die Teilnahme am "Ökologischen Projekt für Integrierte Umwelt-Technik", kurz Ökoprofit, zu gewinnen. Im Rahmen des von der Stadt Graz gestarteten Modellprojektes haben sich inzwischen weltweit rund 1.500 Firmen zu einem sparsamen Umgang von Rohstoffen und Energie verpflichtet. Zusätzlich schlägt die Verwaltung der Politik vor, künftig vorrangig Pkw mit Erdgasantrieb für den städtischen Fuhrpark anzuschaffen. Dieselfahrzeuge, die noch mindestens drei Jahre im Einsatz bleiben, sollten mit Rußpartikelfiltern nachgerüstet werden.

Dass die Zeit drängt, ist allen Beteiligten klar: „Der Klimabericht der EU zeigt, dass die seit langem prognostizierten klimatischen Risiken durch die so genannten Treibhausgase konkret greifbar geworden sind“, heißt es in der Beschlussbegründung für die Sitzung.