Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 08/18/2008

Großaufgebot der Rettungskräfte bei der Übung „P_Klemm“
 
 
 
Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst:
Herausforderung mit Bravour bestanden

Die Schadenslage verhieß nichts Gutes: In einer Kurve auf der L386 zwischen Strümp und Ossum-Bösinghoven war es am Sonntagvormittag zu einem Zusammenstoß zwischen einem Linienbus, einem PKW und einem Transportwagen gekommen. Die Wucht des Aufpralls hatte die Fahrzeuge derart verformt, dass die Fahrer eingeklemmt waren. Der Linienbus war auf die Seite gestürzt und klemmte dem Busfahrer den Arm ein. Insgesamt neun Verletzte, davon zwei Schwerstverletzte, deren Zustand kritisch war, zwei weitere Schwerverletzte, sowie fünf Leichtverletzte und einen Toten forderte dieser Zusammenstoß. Die Polizei war schon vor Ort und hatte die Einsatzstelle bereits gesichert und die L386 für den fließenden Verkehr gesperrt.



Schweres Gerät im Einsatz

Als die Einsatzkräfte der Feuerwehr Meerbusch und der Johanniter-Unfall-Hilfe am Übungsszenario eintrafen, wurde schnell klar, dass alle verfügbaren Kräfte vor den Augen zahlreicher Organisatoren und Ausbilder mit höchster Konzentration und allen Rettungsmitteln arbeiten müssen. Nur das Führungspersonal war über den Ablauf dieser Übung im Vorfeld informiert, die rund 80 Einsatzkräfte standen daher einer realistischen Situation gegenüber. Im Fokus der Feuerwehr stand die patientenorientierte Rettung der Verletzten unter Zuhilfenahme von schwerem Rettungsgerät, die Sicherung des Brandschutzes aufgrund auslaufender Betriebsmittel aus den zerstörten Fahrzeugen, sowie die Einsatzleitung. Mithilfe der hydraulischen Schere und des Spreizers entfernten die Feuerwehrleute der Löschzüge Strümp und Osterath und der Löschgruppe Ossum-Bösinghoven die Dächer, Fußpedale und Lenkräder des PKW und des Transportwagen. Durch diese Maßnahmen war es dem Rettungsdienst möglich, beide schwer verletzen Patienten schonend aus den Fahrzeugen zu befreien. Die Rettung des Busfahrers gestaltete sich schwieriger, da der umgestürzte Bus seinen Arm eingeklemmt hatte. So setzten die Wehrleute Hebekissen und Balken ein, um den Bus möglichst schonend anzuheben und den Fahrer zu befreien. Während dieser Rettungsmaßnahmen standen verschiedene Löschmittel in Bereitstellung. Nach knapp einer Stunde waren alle Verletzten befreit und dem Rettungsdienst übergeben.



"top secret": Übung exakt geplant

Die Feuerwehr Meerbusch hatte diese Übung im Vorfeld über viele Wochen gemeinsam mit dem Rettungsdienst der Johanniter-Unfall-Hilfe und der Polizei geplant. Hintergrund dieser Übung war, die Zusammenarbeit und Koordination der Rettungskräfte zu forcieren. Da Rettungsdienst und Feuerwehr an Einsatzstellen grundsätzlich Hand in Hand arbeiten und agieren, finden gemeinsame Übungen dieser Art, jedoch in deutlich kleinerem Umfang in Meerbusch regelmäßig statt. Die eingesetzten Übungsmittel (Einsatz von Patientendarstellern, auf die Seite gekippter Linienbus) und die Größe der Einsatzstelle (Sperrung einer Landstraße für die Zeit der Übung) waren jedoch auch für dieses eingespielte Team ein Novum. Zum Einsatz kamen knapp 20 Feuerwehr- und Rettungsdienstfahrzeuge.



Dank für gute Zusammenarbeit

Ohne die Unterstützung der Abschlepp- und Bergungsunternehmen Düllberg und Kamp, sowie des Busunternehmens Birgels aus Strümp, hätte die Feuerwehr ein derartiges Übungsszenario nicht darstellen können. So wurden die Fahrzeuge zunächst zur Verfügung gestellt, für die Übung präpariert und im Anschluss entsorgt. Dank richtete die Feuerwehr auch an die nervenstarken Verletztendarsteller, die während der Großübung ihr schauspielerisches Talent unter Beweis gestellt und auch in lauten und brisanten Situationen während der Rettungsmaßnahmen ihre Aufgabe sehr gut gemeistert hatten.