Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 04/13/2006

Bürgermeister und Wirtschaftsförderer bei Nedap Deutschland
 
 
 
Glücklich am Standort Meerbusch: Von
Chips, BiblioCheckern und runden Würfeln

“Wenn Sie etwas völlig Neues machen wollen, müssen Sie zuerst alles Erlernte vergessen”, sagt Gerard Ezendam. Und: “Mit Logik kommen Sie von A nach B, mit Phantasie aber kommen Sie überall hin.” Wie zum Beweis rollt Ezendam locker einen kugelrunden Würfel über den Tisch – ein Werbegeschenk seiner Firma. “Vier” – tatsächlich, funktioniert. Der unkonventionelle Niederländer ist Geschäftsführer der Nedap Deutschland GmbH und plaudert nur zu gern über die Philosophie seines Unternehmens – auch in lockerer Runde mit Bürgermeister Dieter Spindler. Gemeinsam mit Wirtschaftsförderer Klaus F. Malinka war der Verwaltungschef war jetzt im Rahmen seiner regelmäßigen Firmenbesuche bei den Niederländern zu Gast, um sich das neue Firmengebäude an der Otto-Hahn-Straße anzusehen. Von Ratingen ist Nedap im Dezember 2005 mit seiner Deutschland-Niederlassung und 20 Mitarbeitern in den Meerbuscher Business-Park Mollsfeld gezogen.

Das Mutterhaus wurde schon 1929 in Groenlo als “Nederlandse Apparate Fabrik” gegründet und produziert dort bis heute. Mit der Entwicklung von elektronischen Warensicherungssystemen – zunächst für die Textil-Kaufhauskette C&A - begann die Erfolgsgeschichte für Nedap erst richtig. Heute ist das ehemalige Familienunternehmen international tätig und erwirtschaftete 2005 einen Jahresumsatz von 124 Millionen Euro. Seine Sicherheitstechnologie hat Nedap längst perfektioniert und vielseitig einsetzbar gemacht. Sensoren an den Kaufhaustüren registrieren nicht mehr nur unbezahlte Ware, sondern zeichnen Kundenströme auf, werben auf beleuchteten Vitrinen oder zeigen auf Bildschirmen Disney-Filme. “Unsere Geräte machen nicht nur piep. Mit unserer Sicherheitstechnik können unsere Kunden auch noch Geld verdienen”, sagt Ezendam.

Sehr erfolgreich vermarktet Nedap von Meerbusch aus auch seinen “BiblioChecker”, ein elektronisches System, das in Büchereien im Handumdrehn auszuleihende oder zurückgebrachte Medien erfasst. Das Selfservice-Konzept verbindet Medienregistration und Diebstahlschutz, verkürzt die Warteschlangen an den Buchaus- und Rückgabestellen und kann sogar als Nachtschalter betrieben werden. “Das Bibliothekspersonal bekommt Zeit für seine ureigenen Aufgaben, kann beraten und betreuen”, ergänzt Ezendam.

Drittes Beispiel aus der Nedap-Produktpalette: Wahlautomaten, die das klassische Kreuzchen auf dem Stimmzettel durch Knopfdruck auf ein elektronisches Datenerfassungssystem ersetzen. Was in Meerbusch derzeit noch unüblich ist: In den Niederlanden werden schon 90 Prozent der Wahlen nur noch mit Automaten bestritten.

Was Spindler besonders freute: Die Nedap-Verantwortlichen finden Meerbusch als Standort ideal: nicht zu groß, grün und optimal angebunden. Deshalb haben die Niederländer auch in ihr neues Bürohaus viel Herzblut gelegt: Leichte, helle Architektur, eine golden leuchtende Skulptur auf dem Dach, eigens erstanden auf der Kölner Kunstmesse, empfängt die Kunden mit weit ausgebreiteten Armen. Sie ersetzt das ansonsten übliche Firmenschild. Für Gerard Ezendam war die Entscheidung für die Plastik gleich klar. Warum? “Sie ist einfach viel schöner als ein Schild.” Stimmt.