Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 11/14/2006

2007 höhere Gebühren für Abfall, Abwasser und Straßenreinigung?
 
 
 
Steigende Mehrwertsteuer, harter Winter und
Investitionen ins Kanalnetz schlagen durch

Die Abfallgebühren in Meerbusch sollen 2007 erstmals seit sechs Jahren wieder leicht ansteigen. Die Gebühr für die graue 80-Liter-Tonne soll um zwei Euro auf 113 Euro pro Jahr anwachsen, für die 120-Liter-Tonne sollen 2007 169 statt 166 Euro fällig werden. Wer einen großen Restabfallbehälter mit 240 Liter Fassungsvermögen braucht, muss 2007 338 statt 330 Euro zahlen. Das ist ein Ergebnis der Gebührenkalkulation für das kommende Jahr, die die Stadtverwaltung jetzt dem Ausschuss für Straßen, Kanäle, Grün und Umwelt vorgelegt hat. Einer der Diskussionspunkte der Beratung war einmal mehr der Prozentsatz der kalkulatorischen Verzinsung, der in Meerbusch bei 7 Prozent liegt. Letztlich aber fanden die von der Verwaltung vorgelegten Gebührensätze mehrheitlich Zustimmung. Abschließend entscheidet nun der Stadtrat.

“Neben einer Vielzahl von Einzelfaktoren ist auch die 2007 auf 19 Prozent steigende Mehrwertsteuer für die Erhöhung der Abfallgebühren verantwortlich”, so der zuständige Gebührenkalkulator im Fachbereich Bürgerbüro, Sicherheit und Umwelt, Uwe Große-Hartlage. Die Mehrwertsteuer, die vom Rheinkreis Neuss durch die Deponiegebühren weitergegeben werde, beschere der Stadt Mehrkosten in Höhe von 71.000 Euro, beim Entsorger Gerke fielen 34.000 Euro Mehrkosten an. Auf die grauen Tonnen werden nach wie vor die Kosten für die braune Tonne, Grünabfall-, Sperrgut-, und Elektroschrottsammlung sowie die Altpapierentsorgung und das Schadstoffmobil umgelegt. Dennoch liegen die Abfallentsorgungsgebühren in Meerbusch im Bereich einmal mehr deutlich unter dem Kreisdurchschnitt.

Mehr ausgeben müssen die Meerbuscher im neuen Jahr für die Abwasserentsorgung und zum Teil auch für die Straßenreinigung. Vorgesehen ist, die Abwassergebühr um sieben Cent auf 2,99 Euro pro Kubikmeter anzuheben, was im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um 2,4 Prozent bedeutet. Somit kämen auf einen Musterhaushalt mit einer durchschnittlichen Abwassermenge von 200 Kubikmetern im Jahr etwa 14 Euro Mehrkosten zu. “Die Erhöhung haben wir im Rahmen halten können, weil uns noch Mittel aus der Sonderrücklage zur Verfügung standen”, so Christian Volmerich vom Fachbereich Straßen und Kanäle. In der erhöhten Abwassergebühr schlagen sich unter anderem die erheblichen Investitionen der Stadt in neue Retensionsfilterbecken, Pumpwerke und die Erweiterung des Kanalnetzes in 2006/2007 nieder. Mit einer Abwassergebühr von jetzt 2,99 Euro pro Kubikmeter liegt Meerbusch immer noch klar unter dem Kreisdurchschnitt.


Die Straßenreinigungsgebühren steigen 2007 – vorausgesetzt der Stadtrat stimmt zu – nur zum Teil: Günstiger als bisher kommen die Anwohner von Anliegerstraßen und Fußgängerzonen weg: An Anliegerstraßen sinkt die Reinigungsgebühr von 1,36 Euro pro Meter auf 1,24 Euro. In den Fußgängerzonen fällt die Senkung am deutlichsten aus, nämlich um 45 Cent auf 8,91 Euro pro Frontmeter. An innerörtlichen Straßen soll es eine Gebührensteigerung um 34 Cent auf 4,33 Euro sowie an überörtlichen Straßen um 31 Cent auf 4,26 Euro pro Meter Grundstücksfront geben. Hier hat vor allem der vergangene Winter mit etlichen zusätzlichen Streudiensteinsätzen für Mehrkosten gesorgt. Das Beispiel eines Musterhaushaltes an einer innerörtlichen Straße mit 15 Meter Straßenfront verdeutlicht die Relationen: Hier stehen insgesamt 5,10 Euro mehr auf der Rechnung als 2006, damit die Straße ein Jahr lang sauber bleibt.