Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 03/30/2006

Neues “Elektrogesetz” mit praktischen Folgen im Verbraucheralltag
 
 
 
Von der Mikrowelle bis zum Sahnemixer:
Die Tonne ist jetzt für alle Elektrogeräte tabu

Ganz gleich ob grau oder gelb – die Abfalltonne ist für alle Hauselektrogeräte absolute Tabuzone. Wer seinen Rasierapparat oder seinen Mixer aufmerksam betrachtet, wird den jetzt vorgeschriebenen Aufkleber mit der durchkreuzten Abfalltonne nicht übersehen. Rechtsgrundlage sind zwei neue Richtlinien der Europäischen Union, die in Deutschland durch das am 24. März in Kraft getretene “Elektrogesetz” umgesetzt wurden.

Demnach ist jeder Verbraucher verpflichtet, alle elektrischen Geräte aus dem Haushalt von der Waschmaschine über Kühlschrank und Elektroherd bis hin zum Rasierapparat vom Hausabfall getrennt entsorgen zu lassen. Öffentlich-rechtlicher Entsorger ist in Meerbusch die Stadt selbst. Sie trägt auch die Entsorgungskosten.

Größere Teile wie Fernseher, Kühlschränke oder Waschmaschinen werden bei Elektroschrottsammlungen abgeholt, zu denen man sich - wie bei der Sperrgutabfuhr üblich - anmelden muss. Bei dieser Gelegenheit können auch kleinere Geräte beigelegt werden. Geräte bis Staubsaugergröße können auf dem Städtischen Bauhof an der Moerser Straße 115 in Büderich abgegeben werden, dort steht ein eigener Container für Elektroschrott zur Verfügung. Kleine Teile wie Rasierapparate, Handys oder MP3-Player nimmt das regelmäßig in Meerbusch vorfahrende Schadstoffmobil kostenlos mit. Alle Standorte und Sammeltermine des Schadstoffmobils sind im Meerbuscher Umweltkalender auf Seite 20 oder auch direkt hier nachzulesen.

“Die Kommunen in Deutschland sammeln in jedem Jahr bis zu 400.000 Tonnen Altgeräte ein”, weiß Detlev Horn, Umweltfachmann in der Stadtverwaltung. “Allein in Meerbusch kommen jährlich etwa 250 Tonnen zusammen.” Das Problem: Die meisten Elektrogeräte enthalten eine Reihe von Stoffen, die Mensch und Natur gefährden, wenn sie unkontrolliert in die Umwelt gelangen. Ein Beispiel: Schwermetalle. “Die Entwicklungszeiten für neue Geräte werden immer kürzer, oft auch deren Lebensdauer”, gibt Detlev Horn zu bedenken. Deshalb seien die Elektroschrottberge immer schneller gewachsen. Dem wirke das neue Gesetz jetzt entgegen.

Deutlich mehr Aufwand beschert das Elektrogesetz Herstellern, Importeuren und Wiederverkäufern von Elektro- und Elektronikgeräten. Sie müssen nicht nur schon bei der Konzeption und Produktion auf eine möglichst gute Verwertbarkeit ihrer Produkte achten, sondern zusätzlich auch für ihre Rücknahme und ordentliche Entsorgung geradestehen.