Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 05/28/2004

Unterstützung des Rotary-Clubs Meerbusch machte es möglich
 
 
 
Stadt legt Sprachunterrichtsprogramm
für junge Spätaussiedlerinnen auf

Nach den Sommerferien wird die Stadt Meerbusch ein neues Sprachlernprogramm für Spätaussiedlerinnen starten. Gedacht ist das Angebot für junge Mütter aus den Gebieten der ehemaligen Sowjet-Union, die in Meerbusch – speziell im Büdericher Süden - eine neue Heimat gefunden haben. Ein Jahr lang erhalten zehn Frauen zwei Mal pro Woche je zwei Stunden deutschen Sprachunterricht. Der Pfiff dabei: Ihre Kinder im Alter bis fünf Jahre werden zeitgleich pädagogisch betreut. Die Teilnehmerinnen können also in aller Ruhe lernen. “Die Mütter hätten sonst wegen der Verpflichtung in Haushalt und Familie keine Gelegenheit, sich sprachlich fortzubilden”, so Hans Mattner-Stellmann, Sozialdezernent der Stadt Meerbusch. “Unser Angebot ist gerade für diese Zielgruppe eine immens wichtige Integrationshilfe.” Den Unterricht übernehmen zwei erfahrene deutschrussische Pädagoginnen. Das Konzept wurde in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis “Spätaussiedlerarbeit in Meerbusch” entwickelt, dem unter anderen Fachleute des Caritasverbandes, der Diakonie, der Kirchengemeinden und der Stadtverwaltung angehören.

Möglich wurde das Projekt allerdings erst durch die finanzielle Unterstützung des Rotary Clubs Meerbusch, der die Kosten in Höhe von 5.258 Euro komplett übernimmt. Der Rotary Club unterstützt mit seiner “Arbeitsgruppe Gemeindienst” regelmäßig sinnvolle Initiativen im sozialen Bereich. Mit Hilfe des Clubs wurde unter anderem auch der Einstieg in die Aktion “Gewaltprävention an Meerbuscher Schulen” finanziert, das bis heute mit großem Erfolg läuft. “Dieses Projekt entsprach exakt unseren Vorstellungen”, so Rotarier Dr. Thilo Hiersig. “Die Zielgruppe ist klein, die Dauer überschaubar und der Erfolg messbar.” Gemeinsam mit seinen rotarischen Freunden Heinrich Salzmann und Dr. Winfried Spittler übergab er die Spende jetzt symbolisch bei Bürgermeister Dieter Spindler und Sozialdezernent Hans Mattner-Stellmann im Rathaus in Büderich.

Die Sprachbarriere, das bestätigen auch die Erfahrungen der städtischen Sozialarbeiter, ist gerade auch für Spätaussiedler ein vorrangiges Integrationshemmnis in der neuen Heimat Deutschland. Insbesondere bei Jugendlichen münden die daraus resultierenden sozialen Probleme nicht selten in Konfliktsituationen, Arbeitslosigkeit und schließlich Gewalt. “Oft beginnt hier ein Teufelskreis, dem die Leute ohne Hilfe nur schwer entrinnen können”, so Mattner-Stellmann.

In Übergangsheimen der Stadt leben derzeit rund 130 Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion. Eine nicht mehr erfasste Zahl ist inzwischen in Wohnungen auf dem freien Markt umgezogen.