Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 11/12/2007

Muntere Viertklässler beim Sachunterricht mit dem Bürgermeister
 
 
 
„Hören Sie Rockmusik?“: Jede Menge Fragen
und eine Autogrammstunde zum Abschluss

„Das macht aber Spaß hier“. Die kleine Celine Liebenau aus der vierten Klasse der Pastor-Jacobs-Schule in Lank ist begeistert von ihrem ersten Besuch beim Bürgermeister. Den Kurztrip nach Büderich absolvieren die Viertklässler im Rahmen des Sachunterrichts. 8.20 Uhr einsteigen in die Buslinie 830. Punkt 9 Uhr stehen 40 Kinder und zwei Lehrer gespannt vor der Rathaustür an der Dorfstraße. „Wenn man Zehnjährigen nur anhand von Sachbüchern nahebringen will, was eine Stadtverwaltung ist, dann ist das eine ziemlich trockene Angelegenheit“, weiß Klassenlehrerin Helga Cloeren. „Das persönliche Erleben bringt viel mehr.“


Intensiv haben sich ihre Schützlinge in den vergangenen Wochen mit dem Bürgermeisteramt, mit Wahlen und der Stadt Meerbusch beschäftigt. Was lag da näher, als einmal den „Chef“ persönlich zu den Einzelheiten zu löchern? In fünf Gruppen haben die Kinder Fragen zusammengetragen und anschließend in einem „Experten-Team“ nach Wichtigkeit sortiert.

Nach einem kurzen Rundgang durchs Rathaus geht’s im Sitzungssaal an die Arbeit. „Was war das für ein Gefühl, Bürgermeister zu werden?“ „Wie viele Jahre sind Sie schon im Amt?“ „Wie sieht ein Stimmzettel aus?“ „Haben Sie sich damals eigentlich auch selbst gewählt?“ Alle hören aufmerksam zu, manche schreiben mit. Zwischendurch gibt’s Limo und Plätzchen. Spindler ist sichtlich angetan vom Eifer seiner kleinen Besucher: „Alle Achtung. Man merkt, dass ihr euch gut vorbereitet habt.“ Das Gefühl, Bürgermeister zu werden, sei „toll“ gewesen. Wem er selbst bei den Kommunalwahlen 1999 und 2004 seine Stimme gegeben hat, verrät Spindler freilich nicht. „Das fällt unters Wahlgeheimnis.“

Nach den Sachfragen geht’s ans Persönliche, jeder darf sich munter melden. Die Kleinen erfahren, dass der Bürgermeister als Kind eigentlich Arzt werden wollte, dass er im Zirkus besonders die Raubtiernummern liebte und dass er gern Musik - vor allem Seemannslieder - hört. „Keine Rockmusik?“ Spindler verneint und lächelt. Sogar auf die Frage nach dem peinlichsten Augenblick in seiner Amtszeit hat der Bürgermeister eine Antwort. Für einen Jubiläumsfestakt hatte er ein kurzes Grußwort zur Gratulation vorbereitet, wurde aber plötzlich als Festredner angekündigt. Sprechzeit 20 Minuten. „Ich habe mich erschrocken und dann improvisiert bis mir nichts mehr einfiel“, gibt Spindler zu. Im Publikum habe aber niemand etwas gemerkt. Die Kinder haben Spaß.

Dann heißt es, austrinken, aufessen und Jacken anziehen. Hurtig werden Meerbusch-Blocks, Kugelschreiber und Aufkleber eingepackt. „Kann ich noch eine Unterschrift von Ihnen haben?“ Die Frage des kleinen Mädchens im braunen Wollpullover sorgt noch mal für Aufruhr. „Jaaaa, ich auch!“ Spindler lächelt und hängt kurzerhand noch eine Autogrammstunde für 40 Kinder an. Dann geht’s im Eiltempo nach draußen – in fünf Minuten fährt der Bus nach Lank.